Informationen und Überblick zum DSV-Zertifikat Kursleiterin/Kursleiter Säuglings- und Kleinkinderschwimmen (SKS)

 

Allgemeine Informationen

Die Ausbildung zum zertifizierten Kursleiter „Säuglings- und Kleinkinderschwimmen“ des DSV umfasst die Teilnahme an den (theoretischen) Ausbildungslehrgängen SKS 1, SKS 2 und SKS 3 mit insgesamt 60 Unterrichteinheiten, sowie die selbstverantwortlich organisierte praktische Ausbildung im Umfang von mindestens 30 Unterrichtseinheiten. Die Ausbildung schließt mit einer theoretischen Prüfung und einer praktischen Lehrprobe ab. Zusätzlich zur theoretischen und praktischen Ausbildung sind der Besitz des Rettungsschwimmabzeichens in Bronze und die Teilnahme an einem 1.Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kleinkinder nachzuweisen.

 

Warum DSV-Zertifikat?

Säuglings- und Kleinkinderschwimmen ist für gesundheitsbewusste Eltern in Deutschland zu einem festen Bestandteil der Frühförderung ihres Kindes geworden. Vereine, private Schwimmschulen, Volkshochschulen, Gesundheitskassen und Bäderbetriebe versuchen dem anhaltenden Trend mit immer mehr Kursangeboten zum Thema Babyschwimmen gerecht zu werden. Der Bedarf nach gut ausgebildeten Kursleitern ist groß.

 

Im Jahr 1999 hat die dsv-jugend federführend für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV), das Zertifikat Kursleiter Säuglings- und Kleinkinderschwimmen entwickelt. Dieses Zertifikat vermittelt interessierten Kursleitern eine grundlegende Ausbildung und setzt einen einheitlichen Qualitätsmaßstab. Damit wird den am Babyschwimmen interessierten Eltern geholfen, für sich und ihr Kind einen qualifizierten Kursanbieter zu finden.

 

Teilnahme

Das Zertifikat kann von jedem Interessenten erworben werden. Besonders richtet sich das Ausbildungsangebot an Übungsleiter und Mitarbeiter von Schwimmvereinen, Schwimmmeister, Leiter und Mitarbeiter von Schwimmschulen, Kursleiter der DLRG und der Wasserwacht, Kurbedienstete, Krankengymnasten, Hebammen und Kursleiter der Volkshochschulen.

 

Der Nachweis der eingeschränkten Rettungsfähigkeit (DLRG-Bronze) und Erste-Hilfe-Kenntnisse beim Kind (8 Lerneinheiten) sind im Rahmen der Zertifikatsausbildung Voraussetzung.

 

 

Wie geht es weiter?

Das Netzwerk zertifizierter DSV-Kursleiter Säuglings- und Kleinkinderschwimmen umfasst bereits über 400 Ansprechpartner und Kontaktpersonen in Deutschland. Das Netzwerk dient dem Erfahrungsaustausch, der Kontaktpflege und der Fortbildung.

 

Die Qualitätssicherung wird durch regelmäßige Fortbildungsangebote der dsv-jugend gewährleistet.

 

Die Inhalte

Das DSV Zertifikat vereint umfassendes Hintergrundwissen mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und bietet eine praxisbezogene Ausbildung. Dabei gliedert sich die Ausbildung in vier Schwerpunkte:

  1. Organisation
    • Planung, Organisation und Finanzierung
    • Durchführungskriterien und Hygiene

  2. Hintergrundwissen
    • psychomotorische Entwicklung des Kindes
    • Wirkungen und Besonderheiten des Mediums Wasser

  3. Stundenspezifische Inhalte
    • Griffkriterien und -techniken
    • Wassergewöhnung und -bewältigung
    • Einsatz von Geräten und Materialien
    • Methodik und Didaktik des Säuglingsschwimmens

  4. Vor- und Nachbereitung der Hospitationen
    • Information
    • Reflektion

 

 

Theoretische Ausbildung

  • insgesamt 60 Unterrichtseinheiten
  • an 3 Wochenenden (SKS 1 - 3)

 

Ausbildungsstufe I: SKS 1

  • 1. Wochenende (Freitag bis Sonntag): 20 Unterrichtseinheiten
  • Kursleiter "Säuglings- und Kleinkinderschwimmen" - Der Weg zum DSV Zertifikat
  • Einführung in das Säuglings- und Kleinkinderschwimmen: Ziele und Methoden
  • Die kindliche Entwicklung (körperlich, motorisch, geistig, emotional, sozial)
  • Physikalische Eigenschaften und gesundheitliche Wirkungen des Wassers
  • Hygiene und Unfallverhütung

 

 

Ausbildungsstufe II: SKS 2

  • 2. Wochenende (Freitag bis Sonntag): 20 Unterrichtseinheiten
  • Stundengestaltung: Spiele, Rituale, Lieder, Übungen zur Wassergewöhnung und Wasserbewältigung
  • Spielen und Lernen
  • Altersgerechter Einsatz von Geräten und Spielmaterial
  • Einsatz von Schwimm- und Auftriebshilfen
  • Griffkriterien und Grifftechniken
  • Die Rolle des Kursleiters

 

 

Ausbildungsstufe III: SKS 3

  • 2. Wochenende (Freitag bis Sonntag): 20 Unterrichtseinheiten
  • Tauchkriterien und Tauchtechniken
  • Unterrichtsstörungen und Durchführungsprobleme
  • Planung, Durchführung und Finanzierung eines SKS-Kurses
  • Rechtliche Grundlagen
  • Vorbereitung und Informationen zur Zertifikatsprüfung

 

Preis je Ausbildungsstufe: 160 Euro (ermäßigt: 135 Euro)

 

 

Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung ist von den Lehrgangsteilnehmern selbst zu organisieren und umfasst 30 Unterrichtseinheiten für Hospitation, Kursleiterassistenz und eigene Lehrversuche,

davon mindestens 20 Unterrichtseinheiten:

Hospitation/Beobachtung vom Beckenrand, falls möglich: Kursleiterassistenz im Becken/Mithilfe bei Leitung/Gestaltung

und mindestens 10 Unterrichtseinheiten: eigene Lehrversuche (Kursleiter anwesend)

 

Es wird empfohlen, die ersten Hospitationsstunden (ca. 5 – 8 Unterrichtseinheiten) schon vor Beginn des ersten Ausbildungswochenendes zu absolvieren, die restlichen Hospitationsstunden werden bestenfalls zwischen den 3 Lehrgangswochenenden absolviert, ggf. erfolgen die eigenen Lehrversuche erst im Anschluss an die theoretische Ausbildung.

Für die Hospitationsstunden suchen sich die Lehrgangsteilnehmer selbstständig Säuglings- und Kleinkinderschwimmkurse in der näheren Umgebung und erkundigen sich dort nach Hospitationsmöglichkeiten.

 

 

Gültigkeit des Zertifikats

Sind alle Leistungen erfüllt, wird das Zertifikat vom Jugendsekretariat der dsv-jugend zugesendet.

Das Zertifikat ist 2 Jahre gültig, spätestens im dritten Jahr ist eine Säuglings- und Kleinkinderschwimmspezifische Fortbildung mit mindestens 8 UE zu besuchen. Entsprechende Fortbildungen werden regelmäßig von der Deutschen Schwimmjugend angeboten. Als Fortbildung gilt auch die Teilnahme an der alle 2 Jahre stattfindenden SKS-Fachtagung.

 

Berechtigungen durch Erwerb des DSV-Zertifikats "Kursleiter/in SKS"

Aus dem Erwerb des Zertifikats leitet sich die Berechtigung zur qualifizierten Kursleitung nach dem Qualitätsstandard des Deutschen Schwimm-Verbandes ab. Eine Anerkennung der Kursangebote durch die Krankenkassen kann sich daraus ableiten, muss in jedem Fall aber individuell ausgehandelt werden (in der Regel verlangen die Krankenkassen zusätzlich eine passende Grundausbildung, z.B. Physiotherapie, Sportwissenschaft, etc.). Das DSV-Zertifikat "Kursleiter Säuglings- und Kleinkinderschwimmen" ist Bestandteil der Rahmenrichtlinien zur Ausbildung von Übungsleitern, Trainern, Jugendleitern und Vereinsmanagern im DSV und somit anerkannte Ausbildung auf diesem Gebiet im Deutschen Sportbund.

 

 

Sonderregelung in Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln

Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) kooperiert seit mehreren Jahren auf dem Gebiet des Säuglings- und Kleinkinderschwimmens mit der Fort- und Weiterbildungsstelle der Deutschen Sporthochschule Köln. Die Richtlinien für die Fortbildungsveranstaltungen beider Bildungsträger zum Säuglings-, Kleinkinder- und Kinderschwimmen wurden parallel entwickelt und umfassen vergleichbare Inhalte, die in den Fortbildungsveranstaltungen thematisiert werden. Mit den Teilnahmenachweisen aller 3 Fortbildungsveranstaltungen Säuglingsschwimmen, Kleinkinder-schwimmen und Kinderschwimmen ist eine direkte Zulassung zur Prüfung (theoretische Prüfung und praktische Lehrprobe) möglich. Dazu sind die Teilnahmenachweise in Kopie mit der Anmeldung zur Prüfung einzureichen. Außerdem sind 30 Hospitationsstunden bei mindestens 3 unterschiedlichen Kursleitern nachzuweisen + entsprechende Beobachtungsdokumentationen zu erstellen (vgl. Infos zur praktischen Ausbildung).

 

 

Ermäßigungen

Ermäßigungsberechtigt sind alle Mitglieder eines dem DSV angeschlossenen Sportvereins. Mit der Anmeldung ist ein entsprechender Nachweis einzureichen.

 


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